Zwei Ärzte, ein Apotheker und ein Apothekenhelfer versorgen die Klinik in Rakkar (Ortsteil von Sidhbari) an 5 Tagen in der Woche von 9 bis 17 Uhr und halbtags am Samstag. Sie behandeln im Durchschnitt täglich 40 Patienten. Konsultation und Medikamente werden gegen eine geringe Gebühr geboten, wobei die ganz Armen, besonders Witwen, umsonst behandelt werden. Patienten, die an andere medizinische Einrichtungen überwiesen werden müssen, erhalten dabei die volle Unterstützung von Nishtha. Besondere Hilfestellung gilt jenen Patienten, die von weit her kommen – viele Patienten werden aus entlegenen Bergdörfern hergetragen und können in unserer kleinen Station bleiben, die nun bis zu 6 Patienten aufnehmen kann. In vielen Fällen von akuter oder langfristiger Krankheit macht die Belastung für die Familie durch die schwierige Versorgung eines Kranken in sehr ärmlichen Verhältnissen eine Einrichtung im Dorf wie unsere Klinik besonders wertvoll.


Medikation

Die Klinik bietet eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten, die westliche Medizin, Homöopathie, Ayurveda und Akupunktur mit einschließen, wobei der Entscheidung für die angemessenste Behandlungsform für jeden individuellen Patienten eine große Bedeutung beimessen wird.


Patientenkartei

IUm eine effektive Diagnose, Verschreibung von Medikamenten und Nachbehandlung zu gewährleisten, wird eine sorgfältig angelegte Kartei von jedem Patienten geführt, der die Klinik besucht. Patienten, die ins nächste öffentliche Spital oder in eine Privatklinik überwiesen werden müssen, erhalten jede notwendige Assistenz, einschließlich Begleitung, Transport und finanzielle Unterstützung . Nishtha bemüht sich auch um Präventivmedizin und fördert die Aufklärung über Ernährung, Hygiene, sauberes Wasser und die Verwendung von Kondomen, die in der Klinik kostenlos ausgegeben werden.


Gesundheitserziehung

Mit Krankheiten wie AIDS, Hepatitis, Malaria und chronischen Darmproblemen kann man sich nur auseinandersetzen, wenn man sich der Situation der betroffenen Menschen, ihrer Umwelt, ihres kulturellen Hintergrundes und ihrer ökonomischen Lage voll bewusst ist. Dieses Bewusstsein entsteht durch das Zusammentreffen mit Gruppen aus der Gemeinde sowohl im Zentrum als auch in ihren Dörfern. So können wirksamere Maßnahmen getroffen und Aufklärungsarbeit, besonders in den Bereichen Medizin, Hygiene und Ernährung geleistet werden.

Lokale Reichweite – Unsere Mitarbeiter und die Mitglieder des Jugendklubs haben während der lokalen Jahrmärkte ihre Stände, wo Literatur, attraktive Poster, Lebensmittel und unsere selbstgemachten Einkaufstaschen ausgestellt und verkauft werden. Auch dadurch soll das Bewusstsein für die Themen AIDS, Alkohol, Rauchen, Ernährung, Durchfallerkrankungen und Hygiene geschult werden. Tage der offenen Tür, Dorf- und Jugendveranstaltungen bieten ebenfalls eine gute Gelegenheit zur Verbreitung von Information. Jedes Jahr, bevor die „Durchfallsaison“ beginnt, gehen wir von Haus zu Haus, um die Familien über Hygiene, Durchfallprävention durch die Verwendung unseres Filterwassers und über den Schutz von Kleinkindern vor Fliegen aufzuklären.

Reines Trinkwasser – Unserer Kampagne für reines Wasser ging eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme des gelieferten Wassers mit Hilfe der zuständigen staatlichen Behörde voraus und ein Aufruf zur Vorsicht vor der Verwendung von unbehandeltem Wasser. Eine positive Reaktion von Seiten der Regierung macht uns zuversichtlich bzgl. einer Verbesserung der Wasserauffangbecken und Zisternen, die Verunreinigung verhindern sollen.

Workshops für Frauengesundheit und Kurzseminare in diesem Bereich werden regelmäßig abgehalten. Die Themen behandeln Körper- und Geschlechtsbewusstsein, Familienplanung, „Empowerment“ und Selbstverteidigung und sind für Frauen in allen Lebenssituationen von Belang. Ähnliche Workshops für junge Männer wurden ebenfalls schon angeboten.

Medizin und Selbsthilfe-Schulungen – Ein Team von homöopathischen Ärzten aus Europa besucht uns jedes Jahr im November, um die Patienten intensiv zu behandeln. Davon profitieren viele unserer chronischen Patienten. Massage, Yoga, Aikido und ähnliche Selbsthilfekurse werden dann angeboten, wenn Ausbilder zur Verfügung stehen.

Erste Hilfe Kurs – Im Februar 2006 nahmen Frau Dr. Kusum und Ram Chand von unserer Klinik an einem 3-tägigen Intensivkurs für Erste Hilfe, Gesundheit und Sicherheit teil, der vom St. Johns Ambulanzteam organisiert wurde. Durch diese wertvolle Fortbildungsgelegenheit haben beide an Selbstbewusstsein dazu gewonnen, auch mit schweren medizinischen Fällen umzugehen.

Ayurvedakurse und -veranstaltungen werden durchgeführt, um auf die schon vorhandenen Kenntnisse über Heilpflanzen zurückzugreifen, um Frauen in ihrer Verwendung sicherer traditioneller Heilpflanzen zu unterstützen. Auch soll ein Verständnis für ayurvedische Prinzipien und wie man diese in die medizinische Basisversorgung integrieren kann, vermittelt werden.


Forschungsprojekt


Seit drei Jahren läuft eine Studie, die demographische Informationen über jeden Patienten aufnimmt, der in die Klinik kommt. Die Studie sammelt auch Daten über die Krankheiten und Behandlungsformen. Über 7000 Patienten wurden bereits dokumentiert und die Analyse dieser Daten ist in Ausarbeitung. Sie soll dazu verhelfen, die Bedürfnisse und Probleme der Gemeinde besser zu verstehen, sodass unsere Aktivitäten an die erkannten Themen und Fragenkomplexe angepasst werden können.


Mitarbeiter des Gesundheitszentrums

 
Frau Dr. Kusum Thapa, B.A.M.S., ist ein angesehenes Mitglied der lokalen nepalesischen Gemeinde. Sie hat eine Ausbildung in ayurvedischer Medizin und arbeitet seit 14 Jahren eng mit Frau Dr. Barbara zusammen. Sie praktiziert auch Akupunktur, bereitet Kräutermedikamente zu und arbeitet mit der lokalen Bevölkerung in Fragen der Gesundheitserziehung und Ernährung zusammen.
 
     
 
Ram Chand, RMP, ist Verwalter und Apotheker. Er empfängt die Patienten, wenn sie in die Klinik kommen, führt die Kartei, gibt Medikamente aus und berät die Patienten, bevor sie die Klinik verlassen. Er arbeitet seit 21 Jahren mit Dr. Barbara zusammen.
 
     
 
Mohinder Kumar Sharma, MA Hindi, ist unser Buchhalter und Projektmanager, der auch bei Bedarf in der Klinik hilft und das Auto fährt. Er ist nicht nur besonders intensiv mit seinen umfangreichen Aufgaben als Büromanager beschäftigt, sondern auch mit der Organisation von Umwelt- und Jugendaktivitäten.
 
     
 
Suresh Kumar ist Apothekenhelfer und kümmert sich um die Instandhaltung der Klinik und den reibungslosen Ablauf des Klinikbetriebs. Durch seine frühere Arbeit in den Schieferminen hat eine besondere Beziehung zu den Einheimischen und schätzt die Gelegenheit ihnen helfen zu können. Suresh ist außerdem sehr bei der Herstellung von Kräutermedikamenten engagiert. Darüber hinaus hat sich einen Ruf als ausgezeichneter Koch für Nishtha-Veranstaltungen, Hochzeiten und Feste geschaffen.
 
     
 
Subhash Chand ist der Fahrer des Klinikjeeps, transportiert Patienten und kauft ein. Er assistiert in der Klinik bei Bedarf und hilft beim Schulernährungsprogramm mit.
 
       
 
Rasma Devi und Surinder Devi sind die zwei Teilzeitputzfrauen, die dafür verantwortlich sind, dass die bemerkenswerte Hygiene im Klinikgebäude erhalten bleibt. Surinder Devi ist außerdem aktiv mit der Pflege des Kräutergartens beschäftigt.
 


Der Bau der Klinik

Das Klinikgebäude wurde von der Architektin und Künstlerin Didi Contractor entworfen und gebaut. Die gebürtige Amerikanerin lebt seit 1952 in Indien. Ihre Philosophie besteht in der Verwendung traditioneller Techniken und Materialien in Verbindung mit ökologisch angepasster moderner Bautechnologie. Einheimische Arbeitskräfte wurden eingestellt, um den Bauprozess zu einer interaktiven Phase zwischen der Organisation und der ansässigen Bevölkerung zu machen und unser „Eindringen“ in diese Gegend so rücksichtsvoll wie möglich zu gestalten.

 
 
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