Das Nishtha Gemeindezentrum wurde 2004 in einem renovierten Haus neben dem Gesundheitszentrum eröffnet. Es ist ein einladender Platz, der ein weites Spektrum an Aktivitäten bietet.


 
Der große Raum, in dem Jugend- und Gemeindeprogramme stattfinden.
   
Büro mit Computerraum für die Organisation unserer Programme, Ausbildungs- und Übungsraum für die Computerstudenten..
   
   
Die Bibliothek enthält eine gute Auswahl an Büchern in Hindi und English und Zeitschriften, einschließlich beliebter Illustrierten und Tageszeitungen. Es gibt auch eine Auswahl an guten Filmen auf DVD und Videokassetten, die auf unserem großen Fernsehbildschirm gezeigt werden können.
   
Ein Zimmer zur Unterbringung besonderer bedürftiger Patienten, ein Zufluchtsort für Frauen in Not und für Gäste oder Volontäre.
   

Eine praktisch eingerichtete Küche ermöglicht das Servieren von Tee und Zwischenmahlzeiten und das Kochen von großen Mahlzeiten. Auf der Wiese hinter dem Zentrum können Schulkinder und andere Leute ausgespeist werden, bei Regen auf der überdachten Veranda.

Badezimmer mit solarbeheiztem Wasser und Vorrichtung für Behinderte.

Drei Filtersysteme an verschiedenen Stellen im Dorf und in der Schule stellen reines Trinkwasser zur Verfügung. Wasserhähne sind auch im Vorhof des Zentrums zugänglich.


Mitarbeiter des Gemeindezentrums

Frau Dr. Kishwar Shirali ist pensionierte Psychologieprofessorin der Universität Shimla in Himachal Pradesh.. Seit 1971 engagiert sie sich für das Thema Frauen und „Empowerment“. Schon neben ihrer Lehrtätigkeit bot sie Workshops und Seminare zu diesem Thema an, einschließlich Selbstachtung, Sexualität, Lesefähigkeit und Körperbewusstsein. Seit ihrer Pensionierung 1997, betreibt sie Psychotherapie und alternatives Heilen im Kaschmirtal und bei Nishtha-Workshops und -Gemeindeprojekten.
     
 
Phillippa Russell arbeitet seit 10 Jahren für Nishtha. Ihr Aufgabenbereich umfasst alle Aspekte der Stiftung, die Verwaltung, das Personalmanagement, die Buchhaltung, das Forschungsprojekt, außerdem schreibt sie Projektanträge und Berichte. Sie hat auch den Plan für das Gemeindezentrum entworfen und den Bau beaufsichtigt.
 
     
 
Padam Nab ist zuständig für das Schulernährungsprogramm. Er kauft dafür ein, bereitet den Imbiss zu und verteilt ihn und das Obst an die Schulkinder, wodurch er sich eine persönliche Beziehung zu ihnen aufgebaut hat. Salochana arbeitet halbtags mit Padam Nab und den Schulkindern zusammen und hilft, das Zentrum zu putzen und sauber zu halten.
 
     
 
Die Gemeindekoordinatorinnen Mishru Devi, eine erfahrende PR-Mitarbeiterin, und Deepa, eine junge alleinstehende Frau, sind zuständig für den reibungslosen Betrieb des Zentrums und seiner Programme. Deepa ist besonders in den Single Women Außenprojekten engagiert, während Mishru Devi die Einkommen schaffenden Projekte und die Nähprogramme koordiniert.
 
 

Frauenprogramme

Nishthas Beratungsstelle – ein Dienst, der für alle, die Hilfe in seelischen Belangen brauchen, zur Verfügung steht. Frau Dr. Kishwar Shirali, unsere erfahrene Psychotherapeutin, leitet dieses Programm und ist nach Bedarf für Patienten da. Wir arbeiten auch mit Familien von Alkoholikern und Frauen, die zu Hause unter Gewalt leiden. Es gibt immer Platz für Frauen in Not, die eine Aus-Zeit von ihren Familien benötigen.

Alleinstenende Frauen – Witwen, von ihren Männern getrennte Frauen und solche, die nicht heiraten wollen, sind stigmatisierte Mitglieder der indischen Gesellschaft. Nishtha unterstützt die Single-Women-Bewegung in dieser Gegend: es nimmt mit den alleinstehenden Frauen Kontakt auf, stellt ein Zentrum zur Verfügung, in dem sie ihre Versammlungen und Workshops abhalten können und stellt die Verbindung mit anderen Organisationen her, die auch auf diesem Gebiet arbeiten – ein Beitrag zu einer landesweiten Bewegung, die darauf drängt, nicht nur die Einstellung der Gesellschaft gegenüber alleinstehenden Frauen, sondern auch deren legalen Status zu ändern.

Nähkurse – Zwei Nählehrerinnen unterweisen frisch verheiratete Frauen oder Mädchen, die kurz vor der Heirat stehen, in Grundlagen des Nähens. Das ist eine gesellschaftlich anerkannte Tätigkeit, die es jungen, traditionell isolierten Dorffrauen ermöglicht, ihre Häuser zu verlassen und sich mit anderen zu treffen. Sie werden automatisch in den Jugendclub aufgenommen und ermutigt, sich dort aktiv zu beteiligen.

Frauenversammlungen und – veranstaltungen inklusive der Mahila Mandal-Treffen und die Feiern zum Frauentag am 8. März finden im Zentrum statt.

Ausbildungshilfe – Finanzielle und praktische Hilfe für Mädchen, die wie ihre Brüder zu einer höheren Bildung kommen wollen, wird durch Sponsoren gewährleistet.

Einkommen schaffende Projekte für benachteiligte Frauen aus der Umgebung werden entwickelt, um sie aus der traditionellen Abhängigkeit von ihren Familien zu lösen und ihnen dadurch zu finanzieller Selbständigkeit und sozialem Status zu verhelfen. Momentan haben wir einen österreichischen Zivildiener, der als gelernter Koch und Bäcker Nishtha zwölf Monate lang seine Dienste zur Verfügung stellt. So haben wir begonnen, Frauen im Brotbacken und der Produktion anderer Backwaren anzulernen. Wir schulen die Frauen auch in Geschäftsmanagement, d.h. Planung, hygienischer Verpackung und Vermarktung der Produkte.  Photo Gallery


Fokus auf Schulkindern

Verbesserung der Ernährung von Schulkindern – Dieses Programm sorgt dafür, dass die ärmsten Schulkinder aus unserer unmittelbaren Umgebung täglich zusätzliches Essen bekommen. Zweimal am Tag füllen die Kinder den Schulhof mit ihrem fröhlichen Geschnatter, wenn sie ihre Hände mit solarerhitztem Wasser waschen und ihr Obst und eine proteinreiche Zwischenmahlzeit in Empfang nehmen, bevor sie in den Unterricht zurückkehren.

Nachhilfeunterricht für Schüler die wichtige Prüfungen nicht geschafft haben. Viele Mittelstandsfamilien können sich Nachhilfeunterricht für ihre Kinder leisten, die Prüfungen wiederholen müssen Ärmere Kinder, denen das nicht vergönnt ist, müssen oft die Schule vorzeitig verlassen. Darum baten wir einen pensionierten Schuldirektor, der in der Nähe wohnt, mit drei jungen Lehramtsstudenten zusammen zu arbeiten und sie einzuweisen, während der Monsunferien Mathe-, Englisch- und Hindi-Nachhilfeunterricht zu erteilen.

Der Ferienclub für Kinder fand zum ersten Mal während der letzten Regenzeit statt und läuft wöchentlich weiter. Unsere Gemeindekoordinatoren, Volontäre und Projektleiter versuchen in dieser Zeit die Kinder in kreativen und umweltbewussten Aktivitäten anzuleiten.


Jugendprogramme für Jungen und Mädchen

Sport- und Turnunterricht – Turn- und Sportgeräte wurden letztes Jahr angeschafft und werden mit großer Begeisterung von einer begrenzten Anzahl von Jugendlichen genutzt. Einige Volontäre und unsere Angestellten haben Spiele eingeführt. Kricket- und Basketballmannschaften wurden aufgestellt. Ein Projekt zur Verbesserung des Dorfsportplatzes ist im Gange.

Computertraining – Ein Computerlehrer kommt jeden Abend, um kleinen Gruppen von Burschen und Mädchen – 5o:5o in jeder Klasse – Computer-Grundkenntnisse beizubringen. Unterricht für Fortgeschrittene wird auch angeboten, wenn freiwillige Trainer zur Verfügung stehen.

Die Bibliothek mit Büchern und Zeitschriften ist ein Anziehungspunkt für die lokale Jugend und unsere Mitarbeiter. Der wöchentliche Filmabend ist besonders populär.

Kunsthandwerk ist beliebt bei den Mädchen, die Karten, Schmuck, Taschen u.s.w. herstellen – Volontäre, die besondere Fertigkeiten auf diesem Gebiet weitergeben können, sind jederzeit willkommen.

Auch Training zur Entwicklung von Sprache und Schreiben findet statt.

Ausflüge und Wanderungen erfreuen sich größter Beliebtheit. Die meisten jungen Leute haben wenig Gelegenheit, selbst nahegelegene Plätze zu besuchen oder Ausflüge in die Berge zu machen und dort zu campen. Das hat sich darum zu einer regelmäßigen Aktivität unseres Jugendclubs entwickelt.
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Volkstanz und –musik – Die Nishtha Kulturgruppe trifft sich regelmäßig zum Proben und für Aufführungen. Zwei bekannte Gaddi-Musiker haben ihre Zeit zur Verfügung gestellt, um der Gruppe traditionelle Volkstänze und –lieder beizubringen. Sie waren dabei so erfolgreich, dass sie schon außerhalb des Zentrums aufgetreten sind. Nishtha lässt gerade traditionelle Kostüme für die Volkstanzgruppe nähen.

Umweltbewusstsein – Wir veranstalten Müllsammeltage, Treffen und Diskussionen mit den Jugendlichen und Schulkindern. Außerdem stellen wir Informationsposter und bedruckte Einkaufstaschen aus Stoff her, um die Leute zu ermutigen, ihren Plastikmüll zu reduzieren und das Bewusstsein für Umweltfragen zu stärken.

Landwirtschaft – Dazu gehört das Pflanzen von Bäumen und Kräutern, die Kompostierung (mit Würmern) und biologische Landwirtschaft im Allgemeinen.

Katastrophenmanagement – Erste Hilfe, der Umgang mit Wasserressourcen sowie Planung von Katastrophenhilfe sind Gebiete, die wir auch im Begriff sind zu entwickeln.

Lokalverwaltung – Nishtha-Projektleiter Mohinder Sharma hat großes Interesse an der lokalen Dorfverwaltung. Als Vertreter von Nishtha hat er die letzten zwei Jahre an mehreren Versammlungen einer Organisation namens Priya teilgenommen. Diese kümmert sich darum, dass die Dorfbevölkerung bzgl. ihrer Rechte und Pflichten in der Gemeindeverwaltung informiert wird. Das „Panchayat“ ist die gewählte Ratsversammlung einer Gruppe von Weilern mit jeweils ca. 2000 Wählern. In diesem in ganz Indien verbreiteten System obliegt die Verantwortung für lokale Entwicklungsprojekte dem Dorfrat. Dieses System, das effektiv dem Volk Macht gibt, ist Mahatma Gandhis Vermächtnis an die arme Landbevölkerung. Jedoch marginalisieren Ignoranz und rücksichtslose Missachtung der Rechte des Volkes durch die Reichen und Mächtigen jenen Teil der Bevölkerung, um selbst die staatlichen Ressourcen zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen. Viele Menschen sind sich ihrer Rechte und Pflichten im lokalen Regierungssystem nicht mehr bewusst. Daher ist das o.g. Programm für die Gesellschaft von besonders großem Wert.  Continued


Der Bau des Gemeindezentrums

Im Jahr 2002 erwarben wir von einer Familie, die in den Punjab übersiedelte, das Haus neben dem Gesundheitszentrum. Es war einfach gebaut und in einem schlechten Zustand. In den Jahren 2003-4 wurden umfangreiche Reparatur- und Renovierungsarbeiten durchgeführt. Dazu gehörte die Stärkung des Fundaments, das Aufziehen einer Stützmauer für den zweiten Stock, das Reparieren der Wände und das Dachdecken des gesamten Gebäudes, um einen Wasserschaden vom flachen Zementdach zu verhindern.. Der lokale Stil der Kanyara Steinarbeit mit Lehmverputz ist erhalten geblieben, so auch der einfache Holzboden und das Dach aus Schieferplatten auf einer Bambuskonstruktion. Der Hof ist mit dicken, schweren Schieferplatten (chakkas) ausgelegt und bietet einen Platz zum Sitzen. Der Garten hinter dem Gebäude wurde so angelegt, dass er für Veranstaltungen verwendet werden kann.

Wir sind der Deutschen Botschaft in Neu Delhi zu großem Dank verpflichtet für die Finanzierung der Reparatur- und Renovierungsarbeiten des Gemeindezentrums und der Australischen Botschaft für ihre Hilfe bei der Einführung unserer Gemeindeprogramme. Photo Gallery

 
 
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